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Reifen & Räder

EU-Reifenlabel lesen: Was Rollwiderstand, Nasshaftung und Geräusch bedeuten

23. September 2026 · 5 Min. Lesezeit · von D&D Automotive GmbH

Illustration zur Kategorie Reifen & Räder (KI-generiert)

Jeder neue Pkw-Reifen in der EU trägt ein Label mit Buchstaben, Balken und Piktogrammen. Wer es lesen kann, spart Kraftstoff, bremst auf nasser Straße kürzer und erkennt, ob ein Reifen für den Winter im Schwarzwald und auf Schweizer Pässen taugt. Eine Anleitung für den Reifenkauf vor dem Wechsel im Oktober.

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Woher das Label kommt und was es abdeckt

Das EU-Reifenlabel gibt es seit 2012, in der heutigen Form seit Mai 2021. Es ist Pflicht für Reifen von Pkw, leichten Nutzfahrzeugen und Lkw und muss beim Verkauf sichtbar sein, im Laden als Aufkleber, im Onlineshop als Grafik neben dem Preis. Bewertet werden drei Eigenschaften: Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und Abrollgeräusch. Dazu kommen zwei Piktogramme für Schnee- und Eisgriffigkeit sowie ein QR-Code, der in die europäische Produktdatenbank EPREL führt. Dort finden Sie das Prüfblatt zum konkreten Reifen mit Dimension und Lastindex. Nicht bewertet werden Trockenbremsen, Laufleistung, Aquaplaning-Verhalten und Komfort. Das Label ersetzt also keinen Reifentest, es sortiert nur grob vor.

Kraftstoffeffizienz: der Rollwiderstand

Die obere Skala von A bis E beschreibt den Rollwiderstand. Ein A-Reifen verformt sich beim Abrollen weniger und braucht deshalb weniger Energie als ein E-Reifen. Zwischen den Klassen liegt jeweils etwa ein Zehntelliter Mehrverbrauch auf 100 Kilometer, zwischen A und E also grob ein halber Liter. Für jemanden, der täglich von Schramberg über die B462 nach Rottweil und zurück pendelt, rund 50 Kilometer, summiert sich das über ein Reifenleben von 40.000 Kilometern auf 150 bis 200 Liter Kraftstoff. Beim E-Auto zeigt sich derselbe Effekt als Reichweite. Der Haken: Rollwiderstand und Nasshaftung arbeiten gegeneinander. Eine Gummimischung, die wenig Energie schluckt, greift auf nasser Fahrbahn oft schlechter. Gute Reifen erreichen in beiden Kategorien B, die Kombination A und A ist selten und teuer.

Nasshaftung: die Klasse, die Bremsweg kostet

Die zweite Skala, ebenfalls A bis E, misst den Bremsweg auf nasser Fahrbahn aus 80 km/h im Vergleich zu einem Referenzreifen. Der Unterschied zwischen A und E beträgt nach der Prüfnorm rund 18 Meter, zwischen zwei Nachbarklassen drei bis sechs Meter. Das ist mehr als eine Fahrzeuglänge pro Klasse. Wer im Herbst auf der Landstraße bei Nässe einem Traktor hinterherfährt, weiß, was drei Meter wert sein können. Für den Alltag im Landkreis Rottweil mit vielen Landstraßen, Waldstücken und Laub auf der Fahrbahn ist die Nasshaftung das wichtigere der beiden Kriterien. Sparen Sie eher beim Rollwiderstand als hier. Klasse C sollte die untere Grenze sein, bei schweren Fahrzeugen und E-Autos mit hohem Drehmoment besser B.

Geräusch, Schneeflocke und Eiskristall

Das Lautsprechersymbol gibt das Außengeräusch in Dezibel an, ergänzt um die Klassen A, B oder C. Drei Dezibel entsprechen ungefähr einer Verdopplung der Schallenergie, ein 69-dB-Reifen ist also deutlich leiser als einer mit 72 dB. Für den Fahrer zählt das Innengeräusch, das das Label nicht abbildet, für Anwohner das Außengeräusch. Das Bergpiktogramm mit Schneeflocke, kurz 3PMSF, bestätigt eine geprüfte Mindesttraktion auf Schnee. In Deutschland ist es seit Oktober 2024 für alle Reifen Pflicht, die bei winterlichen Verhältnissen gefahren werden, die alte M+S-Kennung reicht nicht mehr. Wer über Schaffhausen in die Schweiz fährt, hat dort keine allgemeine Winterreifenpflicht, aber eine Haftungsfrage bei Unfällen mit ungeeigneter Bereifung. Das Eiskristall-Symbol für nordische Eisgriffigkeit finden Sie in Mitteleuropa praktisch nicht.

Wie Sie das Label beim Kauf einsetzen

Vergleichen Sie nur Reifen derselben Dimension und Saison, sonst führt das Label in die Irre. Ein Winterreifen mit Nasshaftung B ist im Winter dem Sommerreifen mit A überlegen, das Label sagt darüber nichts. Öffnen Sie den QR-Code oder suchen Sie in der EPREL-Datenbank nach der Artikelnummer, dann sehen Sie, ob das angegebene Label wirklich zu genau dieser Ausführung gehört. Vor allem bei Restposten aus dem Onlinehandel lohnt der Blick auf die DOT-Nummer, das Label verrät das Alter nicht. Wer beim Reifenhändler vor Ort kauft, kann das Label mit den Ergebnissen unabhängiger Tests zusammenlegen und die Frage stellen, die kein Aufkleber beantwortet: Wie verhält sich der Reifen nach 20.000 Kilometern? Ein Fachbetrieb, der Reifen montiert und nach zwei Saisons wieder sieht, kennt die Antwort aus der Praxis.

Häufige Fragen

Reicht ein Reifen mit M+S-Kennung noch für den Winter?

In Deutschland nein. Seit dem 1. Oktober 2024 gelten bei winterlichen Verhältnissen nur noch Reifen mit dem Bergpiktogramm mit Schneeflocke als wintertauglich. Reifen, die nur M+S tragen, sind dann nicht mehr zulässig.

Ist ein Reifen mit Rollwiderstand A immer die beste Wahl?

Nicht automatisch. Ein sehr niedriger Rollwiderstand geht oft mit schwächerer Nasshaftung einher. Für Landstraßen und Herbstwetter ist eine gute Nasshaftungsklasse wichtiger als der letzte Zehntelliter Verbrauch.

Gilt das Label auch für gebrauchte Reifen?

Nein. Die Kennzeichnungspflicht betrifft nur neue Reifen. Bei Gebrauchtreifen fehlt das Label, und die Werte lassen sich wegen des Verschleißes ohnehin nicht mehr auf den Neuzustand übertragen.

Als Premio-Partner in Rottweil berät die D&D Automotive GmbH beim Reifenkauf mit Label, Testergebnissen und Erfahrungen aus der Montage. Vereinbaren Sie vor dem Wechsel im Oktober Ihren Termin, dann liegen die passenden Reifen bereit, wenn der erste Frost kommt.